Therapie
Wenn es bereits juckt
Je nachdem, wie stark die Haut entzündet ist, stehen bei einem Neurodermitisschub verschiedene Präparate zur äußeren und inneren Anwendung zur Verfügung. Häufig werden Salben verwendet, die sog. Glukokortikoide beinhalten. Diese wirken entzündungshemmend und können den Juckreiz lindern. Glukokortikoide können bei schwereren Verlaufsformen auch in Tablettenform eingenommen werden. Zusätzlich können die Patienten mit Calcineurinhemmern behandelt werden. Diese Immunsuppressiva führen zu einer Unterdrückung des überempfindlich reagierenden Immunsystems der Haut. Auch Lichttherapien oder ein Aufenthalt am Meer können zu einer Verbesserung des Hautbildes führen.
Ist die Haut zusätzlich verstärkt durch Pilze oder Bakterien besiedelt, so können Kombinationspräparate mit einem Glukokortikoid und einem Antibiotikum oder Antimykotikum angewendet werden. Antihistaminika können gegen den bei Neurodermitis häufig auftretenden starken Juckreiz helfen, entsprechende Wirkstoffe können jedoch ggf. zu Müdigkeit führen. Am Abend eingenommen können sie deshalb u. U. beim Durchschlafen helfen.
Aufgrund der psychischen Probleme, die eine Neurodermitiserkrankung begünstigen können oder die eine solche Erkrankung mit sich bringen kann, ist ggf. eine Psychotherapie sinnvoll.
Pflege zwischen den Schüben
Da die Haut von Neurodermitiskranken generell sehr trocken und anfällig ist, sollten Betroffene auch in beschwerdefreien Zeiten ihrer Haut die entsprechende Pflege zugutekommen lassen. Für diese Basistherapie eignen sich besonders Cremes und Salben, die Feuchtigkeit spenden und die Haut mit Fett versorgen. Hier kommen u. a. harnstoffhaltige Präparate zum Einsatz.
Salben, die den Wirkstoff Tacrolimus (Calcineurinhemmer) enthalten, wurden ursprünglich nur während eines Schubes verordnet. Seit Kurzem ist jedoch eine Tacrolimus-Salbe auch für die Behandlung zwischen den Schüben (proaktive Therapie) zugelassen. Innerhalb der sog. CONTROL-Studien, an denen jeweils 250 Erwachsene und Kinder mit Neurodermitis teilnahmen, konnte bei einer Anwendung der Salbe während und zusätzlich auch zwischen den Schüben ein Hinauszögern der nächsten Krankheitsereignisse sowie eine schwächere Ausprägung derselben gegenüber den Kontrollgruppen beobachtet werden. Die Kontrollgruppen wandten die Tacrolimus-Salbe ausschließlich während der Schübe an. Tacrolimus wird aus dem Schimmelpilz Streptomyces tsukubaensis gewonnen.
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